Heute mal wieder etwas aus der Rubrik „Einfach für einen Menschen„.
Aktuell bin dabei die Eröffnungsbücher von Atomystica auf Fehler abzuklopfen. Aufgrund der automatischen Generierung der Bücher aus Partien guter Atomicspieler habe ich mir die Statistik zunutze gemacht und einfach die Verlustpartien von den Gewinnpartien abgezogen um eine Stellung zu beurteilen. Wenn ein positiver Wert raus kam, dann habe ich die Stellung als spielbar angesehen. Wer geht schon 90.000 Stellungen per Hand durch? Aber natürlich werde ich hier zum Spielball der großen Zahlen. Denn wenn es nur wenige Partien zu einer Variante gibt, dann spielt der Zufall eine deutlich größere Rolle als bei einer Variante mit einer Signifikat größeren Anzahl von gespielten Partien. Und deshalb kommt es immer mal wieder vor, dass Atomystica völligen Unsinn spielt.
Nehmen wir diese Stellung nach 1. Sf3 f6 2. d4 Sh6 3. Se5 Sg4??

Natürlich kennt Atomystica 4. Sxd7 und Atomicmatt. Doch im Buch gibt es eine zweite Variante und die ist alles andere gut, wurde aber mal mit hundertprozentigem Erfolg angewandt. Doch nach 4. Sxg4?! d5 5. e4 Sa6 6. Sc3 Lg4 steht Weiß einfach schechter. Auch wenn der bessere Spieler in diesem Fall mit Weiß gewann. Das Bittere dabei, Atomystica wüsste es besser, aber er muss dem Eröffnungsdiktat seines Programmierers folgen! Und der wirft in diesem Fall eine Münze und wählt mal die eine Variante und das andere Mal die andere.
Interessanterweise findet sich die Endstellung der Variante noch zwei weitere Male im Buch
– 1. Sf3 f6 2. Sd4 Sh6 3. Sf5 Sxf5 4. d4 d5 5. e4 Sa6 6. Sc3 Lg4
und mit Zugumstellung im vierten und fünften Zug
– 1. Sf3 f6 2. Sd4 Sh6 3. Sf5 Sxf5 4. e4 d5 5. d4 Sa6 6. Sc3 Lg4
auch hier muss Weiß im vierten Zug anders spielen.